Archiv der Kategorie: Familie

Rund um uns 5

Kröte auf 1015

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Die  Vogesen sind so gar nicht mein Ding: Gneise, Granit, Schiefer, Sandstein – kein Kalk und deswegen keine Löcher (nur zum Elsass hin hat es etwas Jura). Landschaftlich sind sie hier trotzdem hübsch, wenn Felsen, Wald und Ausblicke in Täler zusammen kommen.

Gestern fand ich auf 1015 m bei rund 7 Grad und 20cm Schneedecke (die schmilzt im Wald gerade erst ab) zwei Kröten in einer Pfütze, die darüber hinaus recht aktiv waren. Ich hätte vermutet, dass die bei derartigen Temperaturen tief in einer Erdhöhle hocken und schlafen.

HWS, Korrekturen und Schwerkraft

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Menschen mit HWS-Schäden sollten nicht lange nach Unten blicken. Und: Es gibt Tage (leider auch Wochen) in denen der Blick nach Unten überhaupt nicht geht. Die Krümmung der Halswirbelsäule erzeugt umgehend starke Schmerzen und auch Ausfallerscheinungen neurologischer Art.

Am Rechner kann man sich seinen Arbeitsplatz dann so einrichten, dass der Bildschirm oben steht. Die Arbeit am Laptop (Blick geht da meist nach Unten) muss ja nicht sein und wenn kein anderes Arbeitsgerät vorhanden ist, dann hilft ein externer, höher gestellter Monitor.

Dumm nur, wenn man korrigieren sollte und das zu Korrigierende lediglich in Papierform vorliegt. Denn: Alle von mir bisher verwendeten Korrekturstifte (ich hab eine Vorliebe für die Tintenroller von Mitsubishi, wenn ich nicht mit Füller arbeite) brauchen Schwerkraft, um die Tinte von der Patrone zur Spitze zu bringen. Man kann mit derartigen Geräten nicht im Stehen arbeiten (waagrechte Stiftausrichtung, Klemmbrett an der Wand mit der Schülerarbeit daran) und selbst die Neigung des Stiftes beim Arbeiten mit Klemmbrett auf den hochgestellten Knien im Sitzen, was zumindest die HWS-Krümmung reduziert, führt schnell zu Aussetzern beim Tintenfluss. Der Korrekturgriffel muss schnell pausieren, wieder nach unten gerichtet eingeschrieben werden und erst nach einer Weile darf man weitermachen. Das nervt. Drei bis vier Stifte im Paralleleinsatz sowie ein Stiftständer kompensieren dies ein wenig. Das Einschreiben entfällt jedoch nicht zuverlässig. Also: Alle Arbeiten zuerst auf den Scanner legen und dann mit der Bildbearbeitung korrigieren? Das klang für mich nach der allerletzten Möglichkeit. Den enormen Arbeits- und Zeitaufwand hätte ich gerne vermieden.

Mir scheint, es gibt nur zwei Schreibgeräte, mit denen man dem Zusammenhang zwischen Tinte und Schwerkraft ein Schnippchen schlagen kann: Buntstifte (Blei) und Weltraum-Kugelschreiber.

Buntstifte, dachte ich, fallen aus, weil diese nicht Dokumentenecht sind. Da kam ich heute Morgen ins Umdenken.  Ich beschloss, dass mir das egal ist. Ich wollte die Arbeiten schlicht fotografieren und so den Korrekturstand sichern. Außerdem zeigten erste Radiertests, dass weiche Buntstifte so ölig sind, dass Löschungen sichtbar bleiben. Also auf in den Schreibwarenladen. Und da stellte ich dann fest: Es gibt dokumentenechte Buntstifte. In rot! Die Rettung für den Moment war gefunden.

Das Problem bleibt für die Zweit- und Drittkorrektur bestehen. Grüne dokumentenechte Stifte sind zwar auch vorhanden – aber braun fehlt und außerdem ist mir das zu heikel für das rechtliche Tamtam rund ums Abitur.

Bestellt habe ich mir nun den Fisher Space Pen. Außerdem soll es mit dem Mitsubishi SNP-7 einen weitaus günstigeren uniball Stift mit Gasdruckmine geben, den ich auch noch auftreiben will. Für beide gibt es zumindest rot, für den Fisher auch noch die anderen benötigten Farben. Weiter habe ich bei meiner Suche noch eine Firma “nebenan” gefunden. Schmidt sitzt in St. Georgen und stellt Gasdruckminen mit farbigem Inhalt unter der Bezeichnung Schmidt MegaLIne Pressurized Refills her, die allerdings hier kaum im Handel zu finden sind.

Gasdruckminen müssten Korrekturen auf der ISS möglich machen. Da fühlt man sich nach einigen Klausuren so oder so besser aufgehoben.

Nexus 4 black screen

Die Zahl an Nexus 4 Geräten in unserer Familie ist in den letzten Monaten stark gestiegen, schlicht weil diese inzwischen günstig auf ebay zu haben sind, perfomant reagieren und vor allem: sich hervorragend mit Cyanogenmod flashen lassen.

Lewin berichtete mir heute, dass er nach dem Wählen einer Rufnummer einen schwarzen Bildschirm bekommt, der nicht mehr weggeht, bis der Anruf beendet ist. Dumm für einen Prepaid-Karten-Benutzer wird es dann, wenn die Gegenseite einen AB laufen hat, der vieeeeeel Platz bietet und das Gespräch von sich aus nicht abbricht.

Der erste Workaround war, die Aus-Taste am Nexus für das Beenden des Anrufs zu konfigurieren. Man findet diese Option im CM12 unter /Einstellungen /Tasten /Ein-Aus-Taste.

Technisch dürfte hier seine Bildschirmfolie dazwischen funken, die den Annäherungssensor stört. Denn: Ich verwende eine andere Folie und habe das Problem nicht. Britta hat keine Folie – und auch kein Problem. Bei Janis stehen die Tests noch aus – er ist SIM-frei.

Ich muss das noch genauer prüfen, aber für den Moment sieht es so aus, als wäre die ansonsten hervorragende Folie „Urcover Panzerfolie Anti Shock Series“ die Ursache des Problems.

Eins an der Waffel

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Krups hat gelinde gesagt eines an der Waffel: Da verticken die ein sehr brauchbares Waffeleisen zusammen mit einer unsäglich schlechten Rezept-CD.

Die CD ist nur für Windows und MacOS gedacht / gemacht. Mit Hilfe von wine bekommt man /DE/Rezepte.exe zwar auch unter Linux zum Laufen – allerdings erklärt das nicht, wie Krups überhaupt auf so einen Quatsch gekommen ist: Flash liefert für die Rezeptesammlung lediglich eine Umblätterfunktion, die leidlich nett aussieht und heute auch in HTML+CSS+JavaScript zu machen wäre. So oder so: Wer will in der Küche mit seinem Laptop werkeln? Wenn, dann befindet sich dort vielleicht ein Tablet und das hat kein CD-Laufwerk.

Die Druckfunktion der Flash-App für Einzelrezepte ist ebenfalls unbrauchbar: Sie erstellt Screenshots der Flashseiten. Zum Glück muss man sich nicht alle Rezepte einzeln per Screenshot-Export holen, sondern kann sich auch ein komplettes PDF aus der Flashoberfläche heraus exportieren. Um Flash herum kommt man nicht. Im Gesamt-PDF ist der Text dann auch als solcher enthalten – nicht nur Bilder. Allerdings: Man erhält auch hier ein PDF mit weißem Text auf braun-grauem Hintergrund, so dass der Spaß beim Drucken schnell vergeht. Offensichtlich arbeitet Krups mit den Herstellern von Tonern und Tinten zusammen.

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Überhaupt. Unter Windows würde die CD versuchen, so die Einstellungen in der autorun.inf, die Rezeptsammlung zu installieren, was auch wieder keiner, dem Systemsicherheit ein wenig wichtig ist, wollen kann. Da wundert es mich wenig, dass ClamAV einen PUA.Win32.Packer.Upx-28 in der setup.exe meldet. Auch wenn die Datei selbst harmlos ist (eine Suche bei virustotal zeigt 0 Schädlinge), ist das ein weiteres Indiz für die Strategie „Hauptsache es tut auf dem Rechner des Chefs der Marketingabteilung, der von Technik Gott sei Dank keine Ahnung hat“.

Und hier enden die Seltsamkeiten nicht: Auf der CD befindet sich im Ordner /AutoPlay/Videos eine Datei Magnolia.mpg in der ein Haus auf Englisch beworben wird. Ein Haus? Auf einer Waffel-Rezepte-CD? Wo haben die das Ding nur her?

Die Waffeleisen wurde vom ETM-Testmagazin mit der Note „sehr gut“ ausgezeichnet und erhielt 93,8% aller möglichen Punkte. Einen großen Anteil hieran wird die Dokumentation bzw. Beilage zum Waffeleisen nicht gehabt haben – oder ETM ist bei derartigen Dingen unkritisch. Die bei Testberichte verlinkten Amazon-Kommentare sind hier ebenfalls blind – oder beziehen sich offensichtlich auf eine ältere Version der ausgelieferten Ware, weil stellenweise noch von Rezepte-PDFs die Rede ist, was eindeutig die bessere Wahl wäre.

Im Ergebnis: Die Rezepte-CD ist voll mit sinnlosem Chichi und obendrein technisch grottenschlecht gemacht. Krups gibt hier kein gutes Bild ab.

Jetzt hoffe ich, dass bei Krups die Ingenieure mehr im Hirn haben als das Personal in der Marketing- und Verpackungsabteilung, denn die Idee des Waffeleisens ist an und für sich gut: Die Pfannen können einfach entfernt und gespült werden und für eine gleichmäßige Verteilung des Teigs sorgt ein händisch zu bedienender Drehmechanismus. Dazu kommt ein ebenfalls einfach zu spülender weil entfernbarer Teigtropfenfänger, der darüber hinaus magnetisch am Gehäuse befestigt werden kann, so dass dieser im Schrank am senkrecht gestellten Eisen bleibt.

Etwas kritisch bin ich, was das Material der Pfannen angeht. Diese sind aus Aluminium und können somit kaum Wärme speichern. Eisen wäre besser, Gußeisen ideal. Auch da ist noch Raum nach oben, bis man das hier elektrisch bekommt.

Rossberghöhlensystem

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Die bei uns übliche Nebelhöhlen – Sommerrodelbahn – Rossberghöhlen-Tour für jüngere Besucher musste heute unser französischer Austauschschüler über sich ergehen lassen.

Ich finde den Rossberg auch heute noch [1, 2, 3] super. Das Rossberghöhlensystem mit den zwei im Binder benannten Höhlen (Rossberghöhle 1 und 2), einigen sehr schönen Dolinen, einer dritten Kleinhöhle und am gleichen Hang auch einigen Bohnerzgruben macht Lust auf mehr.


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Ich habe heute versucht die Höhlen mit Hilfe von OSM Tracker genauer einzumessen. Irgendwie … am Ende habe ich das Gefühl, bei der Positionierung dann doch mehr geschätzt zu haben, als dass ich exakte Daten eingetragen hätte. Der Kontakt zu den Satelliten war relativ bescheiden – oder meine Hardware taugt nix.

Schön war es in der RBH 1 vor allem auch deswegen, weil die Sonne den Boden erhitzte und der Wasserdampf in Schwaden durch die Höhle zog. Sah richtig cool aus.

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Im Eingang zur kleinsten, von uns heute Rossberghöhle 3 genannten, Höhle am Hang steht ein Baum. Nach dem niedrigen Schlupf folgt eine kleine Halle, in der Kinder aufrecht stehen können.

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Der gesamte der Sonnenmatte gegenüberliegende Hang bis vor zur Hardtstraße ist ein einziges Dolinenfeld. Teilweise wünscht man sich einen Spaten, weil der Geruch der Senken sehr stark an Höhle erinnert und viele kleine Spalten nach mehr Hohlraum dahinter aussehen.

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Der Einstiegsschacht in die RBH 2 verlangt nach einer Strickleiter. Seit viel zu vielen Jahren ist hier Ende für uns.

Erpfingen I

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Janis zwang ich heute von seiner Englisch und NWT-GFS ins Freie nach Erpfingen. Ich wollte mir das Guppenloch einmal näher ansehen. Wenn ein Hügel schon so heißt, dann muss es dort ja auch ein Loch zur Guppe geben.

Das gibt es auch. Aber leider passt da nicht jeder rein. Der Eingang ist ca. 30cm breit und verschlankt sich nach oben. Platz nach oben wäre ja genug vorhanden – ca. 3m hoch ist die Kluft am Eingang zur Höhle, nutzt aber nix. Wer sich wirklich hinein quälen will, muss sich auf die Seite legen und schlufen bzw. schlängeln. Selbst für den dürren Janis war da kein aufrechtes Weiterkommen möglich und für mich damit erst recht nicht. Ich sollte aber wieder hier her kommen, bevor der Bauch zu groß wird.


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Auf dem Weg zur Guppenloch Höhle (der ganze Berg nennt sich so, da wird die Bezeichnung des Lochs im Guppenloch schwer) kamen wir noch an einer der Erpf-Quellen vorbei, die bei OSM nach fehlte.


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Das im Binder erwähnte Brechlöchle ist das nicht. Ob es die eigentliche Erpfquelle ist – weiß ich nicht genau.

Die Geotop-DB und auch das PDF des Landkreises Reutlingen zu deren Geotopen machen klar: es handelt sich hier um das Brechlöchle – eine der intermittierenden Quellen der Erpf.

Kobelhöhle

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Die Kobelhöhle über Stetten unter Hohlstein war weniger schwer zu finden. Sie ist am in der Geotop-DB angegebenen Ort.

Was dort allerdings nicht steht ist, dass es sich um eine Schachthöhle handelt.

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Geschätzte 10m geht es vom vergitterten Einstiegsloch aus abwärts. Was dann unten folgt … Binder (der zu dieser Höhle überhaupt keine Informationen vorhält) wie auch Geotop-DB schweigen sich hierzu aus.


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Und damit ist das Loch im Wald erst einmal ein Fall für Einseiltechniker.

Ungerhaldenhöhle

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Janis wurstelt an einer GFS, Lewin an einem Bericht über seine Frankreichfahrt und Britta lernt mit Bela Erdkäs. Das fünfte Rad am Wagen ging also Höhlen suchen auf der Alb. Und fündig wurde ich sofort: Die Ungerhaldenhöhle (oder auch Ungernhaldenhöhle) bei Melchingen ist nicht schwer zu finden und beeindruckt mit einem hübschen, zwei geteilten Einstiegsschlitz.

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Gleich am Anfang geht es im Schacht geschätzte 4m nach Unten und danach dann noch rund 37m in den Berg.


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Irgendwelche Pappnasen haben in das obere Loch im Eingangsschlitz einen Baumstumpf geworfen und nehmen dem Gang unter dem Schlitz so viel Licht.

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Der Heimatforscher Johannes Dorn habe hier 1883 (und 1881 im Muetesloch, das ich noch besuchen und auf OSM benennen muss) menschliche Skelette und vorgeschichtliche Scherben gefunden für die sich die Wissenschaften auf Grund mangelnder Attraktivität als Ausstellungsstücke nicht interessiert haben sollen, berichten die Heimatkundlichen Blätter 2/2001 auf S. 1254.

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Vor diesem Hintergrund war mein heutiger Fund eines Oberschenkelgelenk-Knochens direkt am Höhleneingang ganz spannend und macht auch Lust auf einen Besuch im Inneren. Mal schauen ob die Kinder auf „Zombiehöhle“ oder „Menschenfresser-Höhle“ anspringen 😉

Hanneshöhle II

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Mal wieder ein Fall von binderschem Beschreibungsrätsel gepaart mit falschen Angaben in der Geotop-Datenbank des Landes. Heute sind wir endlich fündig geworden [1, 2] und können das Projekt Pfullinger Höhle oder Hanneshöhle vorläufig beenden.

Wie immer, wenn wir ungenaue Angaben im Binder und in der Geotop-DB vermuten, arbeiteten wir den gesamten Hang zu zweit im Abstand von 20m durch. In diesem Fall fast vom Ruoffseck aus – mit dem Ziel, bis zum Sattel am Ende des Won keinen Stein unumgedreht zu lassen. So weit mussten wir jedoch gar nicht gehen: Die Hanneshöhle hat mit den von uns schon bei der ersten Tour gefundenen Dolinen und Felsen am Sattel genau so wenig zu tun wie mit den vielen Felsen im Wald. Sie liegt friedlich mitten drin.


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Ein Blick durch das Gitter zeigt die in den Quellen erwähnte Leiter in die rund 4m tiefer liegende erste Halle.

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Ich fürchte, ohne Vereinsbindung kommen wir hier nicht weiter. Schade.

Wackerstein

Auf der Suche nach der Hanneshöhle kommen wir einfach nicht weiter. Also sind wir vor zum Wackerstein, in dem sich nach Binder ebenfalls zwei Höhlen befinden sollen.


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Zumindest die im Fuß des Wackerstein war einfach zu finden. Man geht zuerst auf den Wackerstein hinauf und folgt dann den etwas verrotteten Treppenstufen nach Unten, um unter den Wackerstein zu kommen. Sobald man den Felsen mit dem Fenster sieht befindet sich links in der Wand der Eingang. Dieser ist ca. 1,5m breit und 50cm hoch, der Gang selbst ist Linsenförmig, wie man beim Blick zurück gut sehen kann. Da nach der ersten kleinen Biegung der Boden in der Höhle ziemlich dreckig wurde und ich in Alltagskleidung unterwegs war, brach ich ab. 15m dürfte der Schluff aber auf jeden Fall haben und mir schien es so, als könnte ich tropfendes Wasser hören.

Die zweite im Binder erwähnte Höhle fand ich nicht – oder es handelt sich um die oben im Fels, die auf einem der Bilder oben zu erkennen ist.